Vergangene Anlässe

Am 16. Januar fand in Zürich zu diesem Thema bereits die 4. Tagung statt, an der ich zusammen mit über 100 Katholiken, Reformierten, Lutheranern, Methodisten, Mitgliedern von ICF und Chrischona und sicher noch weiteren christlichen Gruppen teilgenommen habe. Allein das ist schon faszinierend, wenn aus so vielen verschiedenen christlichen Gemeinschaften Menschen zusammen kommen, weil alle die gleiche Frage antreibt: Wie können wir heute, aktuell, lebendig, relevant und begeisternd von unserem gemeinsamen christlichen Glauben so erzählen, dass sich andere davon anstecken lassen können.

Eine Antwort bietet die Anglikanische Kirche Englands. Sie hat schon vor Jahren erkannt, dass ein Grossteil der Menschen von den traditionellen Angeboten der Kirche(n) nicht mehr erreicht wird. Gleichzeitig entstanden aber neue Formen von verschiedensten Gemeinschaften, in denen Menschen (oft ohne bisherigen kirchlichen Bezug) ihr alltägliches Leben und den Glauben an Christus ganz selbstverständlich und voller Begeisterung miteinander teilten. Sehr prophetisch entdeckte die Anglikanische Kirche darin neue Ausdrucksformen von Kirche – fresh expressions of church – und begann, solche „Kirchengründungen“ zu begleiten und diejenigen zu unterstützen, die selbst solche Kirchen gründen wollen. Was in England begonnen hat, trägt in vielen anderen Ländern bereits grosse Früchte – auch hier in der Schweiz.

Eins ist mir an dieser Tagung wieder einmal klar geworden: Wir müssen als Kirche lernen, neu auf das Leben zu schauen. Dann dürfen wir nämlich entdecken, wie vielfältig und oft auch unerwartet der Heilige Geist am wirken ist. Wie viel Neues zum einen innerhalb unserer Pfarreien am Entstehen und Aufbrechen ist und wieviel mehr es von Menschen zu lernen gibt, die wir bisher nicht im Blick haben. Gleichzeitig können wir erkennen, dass jeder einzelne von uns mit seinen ganz persönlichen Erfahrungen und seiner Begeisterung im Glauben Wunderbares bewirken kann, wenn er den Mut hat, es mit denen zu teilen, denen er tagtäglich begegnet. Wo das geschieht, beginnt das Feuer des Glaubens wieder neu zu brennen. Und es hat dann die Kraft, auch andere anzustecken.