Texte und Dokumente

adventsbegleiter

«Vorweihnachtszeit erfahrbar machen»

Es handelt sich weder um eine süsse, kleine Überraschung, die in einem von 24 Päckchen steckt, noch um ein kleines Bild, das in der Adventszeit täglich hinter einem Türchen zum Vorschein kommt. Der Adventsbegleiter spricht mit seinen Kurztexten eine andere Ebene an, er führt auf einem anderen Weg in Richtung Weihnachten. «Diesen Sommer fragten wir uns, ob wir für die Adventszeit etwas Neues gestalten können», sagt Romina Monferrini aus der Pfarrei Hünenberg. Die Wahl fiel auf kurze Impulse, die die Leute nicht in der Kirche abholen müssen, sondern die ihnen täglich via Push-Meldung an ihr Smartphone geschickt werden. Tobias Zierof erklärt die Motivation, die hinter diesem Projekt steht: «Wir wollten die geprägte Zeit im Kirchenjahr intensivieren und erfahrbar machen.» Zudem könnten auf digitalem Weg Leute erreicht werden, die sonst unerreichbar seien. Entstanden ist aus der sommerlichen Idee der Adventsbegleiter.

«Texte müssen selbst im Gehen gut verständlich sein»

Mittels App der Pfarrei Hünenberg erhalten die Nutzer im Advent täglich einen kurzen Text, der innert weniger Minuten gelesen werden kann. «Es war nicht ganz einfach, für jeden Tag etwas zu finden, das Anker hat und sich zugleich nicht wiederholt», sagt Zierof. Die nun formulierten Impulse stammen aus seiner Feder und aus jener von Romina Monferrini. Zugrunde liegt dem Geschriebenen das Evangelium, die Lesungen, das Tagesgebet oder der Heilige des jeweiligen Tages. «Es handelt sich aber keineswegs nur um frommes Kauderwelsch oder rein theologische Texte», sagt Tobias Zierof. Die Sprache habe so angepasst werden müssen, dass die Impulse auch im Gehen mit dem Smartphone in der Hand gut verständlich seien. Nötig wurde dies, da Menschen ganz unterschiedlicher Altersklassen von der Pfarrei-App Gebrauch machen. «Wir wissen, dass Jugendliche und Firmlinge unsere digitalen Kanäle nutzen. Sie sprechen eine ganz andere Sprache als wir», erklärt Monferrini. «Zugleich gehören auch Leute zu den Nutzern, die sehr aktiv sind in der Kirche und die die theologische Sprache kennen.» Das Resultat besteht aus Impulsen, die im Alltag ohne grossen Aufwand umsetzbar sind und die zum Beten und zum Nachdenken über das eigene Leben einladen. Sie begleiten das Warten auf die Wiederkunft Gottes.

«Adventsbegleiter ist zum Teilen gedacht»

Um den technologischen Aspekt des Adventsbegleiters hat sich Tobias Zierof gekümmert. «Während der vergangenen zwanzig Jahre habe ich mir in diesem Bereich ein Know-how angeeignet, das wir nutzen können.» Wichtig ist ihm, dass sich das Angebot des Adventsbegleiters in keiner Weise nur an die Bewohner von Hünenberg richtet. «Der Adventsbegleiter ist geografisch, personell und konfessionell – abgesehen von den Heiligenfesten – nicht gebunden», sagt der Pastoralassistent. Der Adventsbegleiter sei zum Teilen gedacht. «Er ist ein Angebot von uns, das von allen Interessierten, seien es Privatpersonen oder Pfarreien, gerne genutzt werden kann.» Ob das Projekt in einem Jahr wiederholt werde? «Nein», so Zierof, «nächstes Jahr nicht. Dafür ist das Projekt zu aufwendig.» Aber weder er noch Romina Monferrini schliessen aus, dass sie den Adventsbegleiter in zwei bis drei Jahren wiederholen werden. (Pfarreiblatt Nr. 49/50 2018, Marianne Bolt)