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folge04 wortgottes

«Lesen»

Hören Sie es, lesen Sie es, das Wort Gottes? Wo steht es bei Ihnen, das Buch der Bücher, die Bibel? Verstaubt im Regal, im Nachtkästchen oder hat es einen besonderen Platz in Ihrem zu Hause? Tragen Sie es sogar mit sich, digital als App, jederzeit verfügbar oder als Miniausgabe in der Handtasche? Und wichtiger noch: lesen Sie es, das Wort Gottes?

«Viel mehr als nur Geschichten»

Das Wort Gottes, die Bibel, das Evangelium. Ohne diese erzählten, geschriebenen, vorgelesenen und gehörten Worte Gottes gäbe es uns Christen nicht. Das Wort Gottes ist für uns zentral und wichtig. Es ist der Weg um Gott kennenzulernen, um Jesus zu verstehen und sein Leben zu deuten. Dass das Wort Gottes auch im Gottesdienst eine wichtige Rolle spielt, erkennen wir vor allem an Sonntagen oder noch besser an wichtigen Feiertagen. Dann nämlich wird das Wort Gottes – im wertvoll geschmückten Evangeliar (das ist das Buch in dem die Sonntagsevangelien abgedruckt sind) – in die Kirche getragen. Nicht unter dem Arm, sondern feierlich hoch gehalten, damit es jeder sehen kann. Wie ein König wird es verehrt, mit Kerzen und manchmal auch mit Weihrauch. Dadurch soll der Unterschied klar werden. Es ist kein Roman, keine gute Geschichte, sondern im Wort Gottes begegnet uns tatsächlich unser König – Jesus. Wenn wir aus diesem Buch hören, sind es seine Worte, die er damals zu seinen Jüngern gesprochen hat. Wir glauben, dass er sie auch zu uns spricht. Deswegen singen wir im Gottesdienst auch ein fröhliches Halleluja, um unsere Freude über die kommende Begegnung mit Jesus auszudrücken. Halleluja – lobet Gott! Wenn der Priester oder der Diakon den Wunsch ausspricht „Der Herr sei mit euch“ und die Gemeinde antwortet „und mit deinem Geiste“, dann erinnert es den Hörer daran, dass es wirklich der Herr ist, der nun spricht.

Es ist eine Inszenierung, eine katholische Eigenart um das Wort Gottes in Szene zu setzen und die Wichtigkeit dieses Momentes zu demonstrieren. Das wir dabei stehen ist nicht nur, weil es der Aufmerksamkeit dient, sondern dass wir sofort losspringen können, wenn uns Gottes Wort so trifft, dass es uns treibt etwas anzupacken.

Auch wenn die Evangelien nicht immer leicht zu verstehen sind und uns sogar manchmal ratlos oder verstört zurücklassen, antworten wir auf den Ruf des Priesters/Diakons „Frohe Botschaft unseres Herrn Jesus Christus“ mit „Lob sei dir Christus“. Denn das Evangelium ist im Gesamten eine wirklich froh und frei machende Botschaft.Ob nun unterwegs auf dem Handy, der Bibel auf dem Nachtisch oder dem feierlich vorgelesenen Evangelium im Gottesdienst, wichtig ist, dass wir das Wort Gottes immer wieder hören, lesen, meditieren oder uns inspirieren lassen. Schlagen Sie die Bibel doch mal wieder auf – wie wäre es mit: Johannes 11,25-26?