Predigtnachlese

Dann sind Sie wohl der Petrus-Typ! Petrus präsentiert sich ein wenig schwerfällig am Ostermorgen. Er ist langsamer als der andere Jünger. Sein Urteil fällt nüchtern aus und zurückhaltend. Er sagt nichts. Er beschränkt sich aufs Sehen.

Oder sind Sie ganz anders? Weil Ostern Ihr Fest ist? Der Frühling in der Luft, festliche Stimmung, grosse Gefühle: Da blühen Sie auf! Ein festlicher Gottesdienst, danach ein gediegenes Gigot, vielleicht noch ein Spaziergang wie dazumal nach Emmaus. Davon können Sie nicht genug bekommen? Da sind Sie kaum zu halten? Das alles ist für Sie der beste Beweis, dass Gott wirklich das Leben in Fülle ist!

Dann sind Sie ein Johannes-Typ! Er ist nicht aufzuhalten in seinem Laufeifer. Der Weg zum Grab wird für ihn zum Lauf seines Lebens. Weil er der grosse Liebende ist. Er braucht nicht viel: er sieht und er glaubt. Sein grosses Herz traut Gott alles zu.

Petrus, Johannes... das passt beides nicht so recht zu Ihnen? Weil Sie doch noch anders sind? Ostern ist für Sie wie... einen Schritt vor und dann doch wieder zurück? Sie suchen Gott ganz fest! Sie möchten glauben aber es gelingt doch nicht so recht. Wo ist Gott denn? Und vor allem: wie ist er? Sie finden es ein bisschen zum Verzweifeln. Aber Sie möchten sich trotzdem nicht entmutigen lassen. Aufgeben passt dann doch nicht zu Ihnen. Dafür ist Gott zu wichtig.

Dann sind Sie wohl eher der Maria-Typ! Sie ist eine, die sucht. Sie läuft und wenn es nötig ist, hin und her, vor und zurück. Dabei macht sie ihre Sehnsucht nach Jesus ein wenig übereifrig - und ihr Schmerz ein bisschen blind. Maria sucht Jesus als das Besondere und übersieht ihn dadurch. Sie hält ihn für den Gärtner.

Nun: Welcher Oster-Typ sind Sie? Petrus, Johannes oder Maria?

Sie haben es längst gemerkt: Keiner dieser Oster-Typen ist der Beste oder der Richtige. Alle haben ihren Platzt im Evangelium. Alle haben ihre Berechtigung. Allen gilt die Botschaft: Jesus lebt?

Was heisst das nun?

Als Petrus-Typ könnten Sie Gott heute bitten, dass er Sie noch ein bisschen mehr bewegen möge. Damit die Osterfreude Sie ganz erfüllt und dass diese Freude auch ansteckend wirkt auf andere. Das genaue Hinsehen und das Handeln sind ja Ihre grossen Stärken! Die möge Gott stärken. Glauben kommt vom Hinsehen und Hinhören. Und Glauben ist Tun. Das können wir anderen von Ihnen lernen.

Als Johannes-Typ dürfen Sie die Osterfreude voll und ganz geniessen. Wir brauchen Ihre Leidenschaft! Zugleich sollten Sie aber auch darum bitten, dass Sie mit denen Geduld haben, die nicht so heissblütig sind in Glaubensdingen, wie Sie selbst. Auferstehung ist ein Weg, ein langer mitunter. Der Osterglaube gleicht einem Marathon. Vielleicht können Sie andere einladen auf diesen Weg, mit Freude und Geduld. Und uns allen damit zeigen, wie man den Lauf, das Leben, gewinnen kann.

Als Maria-Typ dürfen Sie zu Ihrer Sehnsucht nach Gott stehen. Und dazu, dass Sie ihn nicht recht finden können. Sie könnten Gott um einen klaren Blick bitten. Damit Sie nicht zu sehr sich selbst und ihre Bedürfnisse im Auge haben, sondern Gott. Dass Sie ihn erkennen, als den Lebendigen, im Alltag. Ihre Stärken sind ja Ihre Fähigkeit zu Lieben und Ihre Hingabe. Wenn Sie sich damit den Menschen in Ihrem Alltag zuwenden, dann wird es Ostern werden. Dann praktizieren und erleben Sie –gleichermassen- Auferstehung!

Egal was für ein Typ wir sind. Ostern ist für uns alle da. Weil Gott uns in all unserer Verschiedenheit erlösen, erwecken und zum Leben in Fülle führen will. Persönlichkeitstest hin oder her. Wir sind alle Sieger! Seit Ostern!