Predigtnachlese

2017 12 25 the mall of switzerland 

«the mall»

Das war eine Aufregung am 8. November! Die mall of Switzerland wurde eröffnet und ich wurde bereits auf der Autobahn in Root über die Parkplatzsituation informiert. Was für ein toller Service! Für einen kurzen Moment habe ich überlegt, ob das wohl auch für unseren Weihnachtsgottesdienst hier in Hünenberg sinnvoll und nötig wäre.

Die Mall und Weihnachten. Gewisse Parallelen gibt es ja. Die Zuger Zeitung zählte in einem Countdown die Tage bis zur Eröffnung runter. „Noch drei Tage. Noch zwei. Noch einen…“ Der Adventskalender lässt grüssen.

Spannend fand ich auch die Werbekampagne „the mall of… (Heiri Meier, Rita Hunkeler, Freddy Müller)“. Da sollten nicht nur Kunden ganz persönlich angesprochen werden. Es ging um mehr. Es ging um Werte, um Kultur. Es ging um Identifikation! Jede Unternehmung wird nur dann langfristig erfolgreich sein, wenn sich Menschen mit ihr identifizieren und wenn sie ein Teil ihrer Kultur wird. Eine erfolgreiche Marke braucht mehr als Mitarbeiter und Kunden. Eine erfolgreiche Marke braucht eine Community, sie braucht Fans.

«Weihnachten im Sommer?»

Stellen Sie sich vor, wir würden das Weihnachtsfest von den Dezember-Feiertagen abkoppeln und das religiöse Fest auf einen gewöhnlichen Arbeitstag z.B. in den Sommer verlegen. Es gibt Menschen, die das immer mal überlegen. So wäre die christliche Botschaft von der Geburt Jesu nicht länger vom Kommerz und Kitsch beeinträchtigt.
Ich denke, das Weihnachtsgeschäft mit allem Drum und Dran würde sich nicht lange halten können ohne den religiösen Bezug. Es würde sich zumindest verändern – wahrscheinlich bis zur Unkenntlichkeit. Ihm wäre der Sinn abhandenkommen.

Aber ich glaube, das ist nicht nötig. Ich glaube nach wir vor an den Sinn von Weihnachten als Ganzes. Ich teile keineswegs die pessimistische Sicht, dass viele Menschen mit der christlichen Botschaft an sich nicht mehr viel anfangen können. Und ich finde es gar nicht schlimm, wenn Menschen „nur“ an Weihnachten zum Gottesdienst kommen.

«Sich mit Weihnachten identifizieren»

Meine Erfahrung ist es vielmehr, dass sich die meisten Menschen trotz allem nach Weihnachten sehnen. Sie möchten dieses Fest spüren. Sie bekennen sich dazu. Zwar sind die Ausgestaltungen und Geschmäcker durchaus unterschiedlich. Aber Sie – wir alle - identifizieren uns mit Weihnachten. Weihnachten hat, was die mall noch nicht hat: Eine Community, Fans!

Sie alle sind diese Community! Sie sind die Fans von Weihnachten! Und klar, Sie sind ganz unterschiedlich in Ihren Erwartungen und Wünschen und auch in Ihren Bedürfnissen.
Das waren die ersten Besucherinnen und Besucher der mall of Betlehem auch. Da kamen keine religiösen Experten zum Kind in der Krippe, keine Insider, keine spirituellen Profis. Da kamen allerlei Neugierige. Und die Motive ihres Kommens waren sehr, sehr unterschiedlich. Was sie vielleicht alle miteinander verband war aber diese Sehnsucht: nach einem Mehr, nach Frieden, nach Geborgenheit, nach Gemeinschaft, nach Sinn im Leben.

«Jesus hier begegnen»

Jetzt sind Sie alle da. Sie sind eingetreten hier in die Kirche, zur Krippe, zur mall of Betlehem. Was genau Sie hier suchen, kann ich nicht wissen. Ich wünsche mir aber, dass Sie es finden.
Nehmen Sie sich doch Zeit für das, was Sie hier finden und bewegen Sie es in Ihrem Herzen.
Ich möchte Ihnen vor allem das Kind in der Krippe ans Herz legen. Gott, der Mensch geworden ist. Was er für Sie ist und bedeutet, dass können Sie nur selbst fühlen.

Vielleicht helfen Ihnen 6 Titel, die Jesus traditionell zugesprochen werden: „Licht der Welt“, „Retter“, „Heiland“, „Erlöser“, „Friedensfürst“, „Kyrios – Herr der Welt“.

Wie in den Vorjahren möchte ich Ihnen Jesus in den Schoss legen:
• Nehmen Sie ihn auf und fragen Sie sich, was ER für Sie bedeutet.
• Und lassen Sie es ruhig zu, dass ER etwas für Sie bedeutet.
• Dann geben Sie ihn weiter durch die Bankreihen.
Dazu ist der da: um bei uns zu sein. Die Krippe lebt! Im Einkaufszentrum finden wir allerlei Dinge für das Leben. In der Krippe finden wir das Leben selbst!