Predigtnachlese

Musicstar in Menge

«3 Songs – 3 Themen» 

Jesus Christ Superstar. Drei Lieder aus dem gleichnamigen Musical prägen diese Feier vom Letzten Abendmahl. Ist das nur Show oder erzählen sie davon, worum es heute geht? Was sagen sie über Jesus, den sie als Super Star bezeichnen? Und hat das irgendetwas mit uns zu tun? Lasst uns ein wenig darüber nachdenken:

«Hosanna»

Damit ging es los. Das war das erste Lied. Und so begann am Palmsonntag auch diese Heilige Woche. Hosanna, sagt man, hätten die Anhänger Jesu gerufen, als sie nach Jerusalem kamen. Es waren sicher nicht viele Fans. Lassen wir uns bloss nicht blenden. Ein Super Star, wie wir es kennen, war Jesus nie. Kein Presserummel, kein Blitzlichtgewitter, keine Bodyguards, keine Mädchen, die sich ihm begeistert an den Hals geworfen hätten. Es geht um anderes. Jesus geht nach Jerusalem weil es die Höhle des Löwen ist. Hier sitzen alle, die politisch und religiös etwas zu sagen haben. Sie haben sich weit von ihrem Auftrag entfernt, Gott und den Menschen zu dienen. Sie dienen sich längst nur noch sich selber. Hier will Jesus ein Zeichen setzen. Die Leute sollen erkennen, wie Gott wirklich ist und was seine Idee von dieser Welt ist.
Hosanna meint: „Lass dich nicht blenden!“ „Versuch‘ zu differenzieren.“ „Frag‘ dich immer, um was es wirklich geht.“ Hosanna hat eine doppelte Bedeutung: Es ist nicht nur Jubelruf. Es heisst übersetzt auch: „Hilf doch, Gott!“
→ Hilf mir doch, Jesus, dass ich erkenne, was du von mir willst.

«The last supper»

Beim letzten Abendmahl wird klar, um was es Jesus geht. Stars, wie wir sie kennen, sind oft abgehoben. Für uns sind sie unerreichbar, unberührbar. Sie leben in einer Welt für sich.
Jesus versteht sich anders. Er ist nicht abgehoben. Im Gegenteil: Er kommt runter. Er macht sich ganz klein. Er wäscht die Füsse. Er wird berührbar und will uns berühren.
Das Waschen der Füsse war Sklavenarbeit. Jetzt wird konkret, von was Jesus die ganze Zeit gesprochen hat: „Wer bei euch gross werden will, der soll den anderen dienen; wer unter euch der Erste sein will, soll zum Dienst an den anderen bereit sein“ (Mt 20,26f NGÜ) Jesus schenkt uns seinen Lebensplan. Indem er sich selbst an uns verschenkt!
Das wird fassbar in dem Mahl, was er feiert. „Das ist mein Leib für euch!“ (1 Kor 11, 24). „Leib“ heisst: „Das ist mein Wesen, das bin ich selbst ganz und gar!“ Und er reicht uns den Becher und verspricht uns mit seinem Blut: „Ich bleibe bei euch. Und ich ermächtige euch, dass ihr nach meinem Beispiel leben könnt.“ „Mein Blut wird fortan durch eure Adern strömen. Wir werden eins sein.“
Was wir hier Sonntag für Sonntag feiern ist keine Folklore, es ist kein nice-to-have wenn mir gerade danach ist, es ist keine Alternative zum Sonntagsbrunch. Was wir hier Sonntag für Sonntag feiern ist eine dringende Notwendigkeit. Gottesdienst, Messe, Eucharistie ist Auftankstation dafür, dass Jesus in mir sein kann!
→ Wecke in mir die Sehnsucht, Jesus, dich immer wieder leibhaftig in mich aufzunehmen.

«I don’t know how to love him»

Wie kann ich Gott lieben? Das ist am Ende eine gute Frage. Und niemals dürfen wir jemand verurteilen, der darauf noch keine Antwort gefunden hat.
Erfahrene Jesusfans würden sagen: „Komm mit und überzeug dich selbst!“ (Joh 1,46 NGÜ). Sei herzlich willkommen in der Nähe von Jesus. Höre doch zuerst einfach mal hin. Fühl dich angenommen. Und versuch nicht zu viel auf einmal zu wollen. Lass dir und Jesus Zeit.
Reife Liebe braucht Zeit. Liebe auf den ersten Blick ist selten und dann oft nur flüchtig. Jesus möchte mit uns aber eine langfristige und tragfähige Beziehung aufbauen. Das gelingt am besten, wenn wir einfach klein anfangen. Wie würde Jesus leben, wenn er mein Leben führen würde? Wie ginge er an meiner Stelle in die Schule? Wie würde er meinen Job machen? Wie würde Jesus an meiner Stelle mit meinem Partner/Partnerin reden? Für was würde sich Jesus einsetzen? Für was würde er an meiner Stelle Verantwortung übernehmen?
Wir alle können seine Jüngerinnen und Jünger werden. Wir alle können Stars werden wie er. Weil wir ihm alle nacheifern können. Es klingt unglaublich aber Jesus verspricht uns. „Ich versichere euch: Wer an mich glaubt, wird die Dinge, die ich tue, auch tun; ja er wird sogar noch grössere Dinge tun.“ (Joh 14,12 NGÜ)
Ich weiss nicht, wie ich ihn lieben soll? Es ist Maria, die das singt. Und sie singt auch dass Jesus sie verändert hat. Aber bevor das geschehen konnte hat sie sich einfach mal auf ihn eingelassen. Sie hat „ja“ gesagt zu ihm. Liebe beginnt mit Vertrauen.
→ Lass mich dir vertrauen, Jesus. Beweg du mich. Und schenke mir, dass ich dich lieben kann.

Ein Stern leuchtet in der Dunkelheit. Jesus, der die Dunkelheit gut kennt, ist unser Star.
Diese Nacht ist eine grossartige Chance, ihn in unser Leben zu lassen. Er wird uns von innen leuchte lassen.