Predigtnachlese

 

Von diesem höchst menschlichen Verhalten erzählt das Evangelium. Vor allem aber berichtet es von einer Einladung:
Gott lädt uns ein, uns alle! Wir sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in seinem Weinberg, für seine Ernte, für das Reich Gottes also.
Das lese ich aus diesem Evangelium, dass Gott alle braucht, dass er nicht wertet, sondern einlädt, wirbt und ermutigt. Einziges Kriterium ist, ob wir der Einladung folgen oder nicht. Wie wir das tun, das kann so unterschiedlich sein, wie Lebenswege eben verschieden sind.
Als Beweis dafür nennt Jesus die Zöllner und die Dirnen. Obwohl sie nicht dem entsprechen was gesellschaftliche Norm ist, nutzen sie doch die Chance. Gott gibt sie ihnen. Sie antworten schlussendlich positiv auf den Ruf. Sie folgen ihrer Berufung. Das allein zählt!

Wir leben in einer Zeit, die sich geradezu definiert über ihre Vielfältigkeit. Und doch tun wir uns im Letzten immer noch schwer, genau diese Vielfältigkeit zu akzeptieren: Fremde, Kranke, Homosexuelle, beruflich oder moralisch Gescheiterte, Geschieden- und-Wiederverheiratete, schlichtweg unsympathische... wir können die Liste beliebig verlängern. Ob kirchlich, gesellschaftlich oder privat: Wir haben zuerst einmal das Gefühl beurteilen und einteilen zu müssen.
Jesu Botschaft ermutigt uns, die Menschen stattdessen einfach einzuladen, ihnen zuerst einmal zu begegnen. Weil sie alle Gottes geliebte Kinder sind. Und weil es unsere Aufgabe ist, einzuladen und nicht aus zu sortieren.

Verschiedenheit bereichert und ist gesund. Das gilt nicht nur für Obst und Gemüse. Was am Ende herauskommt, darüber entscheidet Gott. Er richtet – zur Not auch auf und gerade.

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