Predigtnachlese
 
Wir feiern zu Hause Gottesdienst und sind Kirche mit aktiver Beteiligung..
Gerne stellen wir die Links des Liturgischen Instituts zur Verfügung.
 
 
 
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Und hier stellen wir gerne die Predigt von unserem Gemeindeleiter Christian Kelter zur Verfügung.
 
 

Das himmlische Wohnungsbauprogramm
Was Jesus uns verspricht. (Joh 14, 1-12)

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«Wohnst du noch oder lebst du schon?» Der Slogan des schwedischen Möbelhauses klingt auch Jahre später noch im Ohr. Also hat er was!livingroom
Mir ist er wieder eingefallen, als ich Jesus sagen hörte: «Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.»
Ja, Jesus kündigt quasi ein himmlisches Wohnungsbauprogramm an! Gott hält für uns eine Wohnung bereit. Ist das nicht super? Er hat’s versprochen: Ich habe bei Gott eine Wohnung!
Und es geht noch weiter. Jesus sagt: «Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten.» Das wird ja immer besser! Jesus bereitet diese Wohnung also speziell für mich vor. Wenn das stimmt, was die Bibel sagt: «HERR, du hast mich erforscht und kennst mich» (Ps 139,1), dann wird diese Wohnung ganz auf meine Bedürfnisse zugeschnitten sein.
Weil Gott mich kennt. Weil er weiss, wie ich ticke, was ich mitbringe, wo es mir fehlt; deshalb wird meine Wohnung exakt so sein, wie ich sie brauche, um auf ewig «Leben in Fülle zu haben» (Joh 10,10). Dann bedeutet bei Gott zu wohnen tatsächlich zu leben – ganz und gar! Ob die schwedischen Werbetexter das geahnt haben?
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Ein anderes Wort für Wohnung ist Immobilie. Im-mobil-ien sind unverrückbar. Und Immobilien befriedigen zwei Grundbedürfnisse von Menschen: Wohnen und Sicherheit.
Bei Gott zu wohnen heisst dann nie mehr Umziehen müssen. Bei Gott zu wohnen heisst ankommen – so richtig und endlich und endgültig.
Dass das andere wichtig ist – Sicherheit- spüre ich gerade jetzt ja ganz deutlich. Und ich habe da keine Zweifel: Sein Sicherheitskonzept für mich wird göttlich sein!
Das Gegenteil einer Immobilie sind Mobilien (bewegliche Sachen). Das kennen wir auch. Mobilität beherrscht grosse Teile unseres Alltags. Unsere Arbeitswelt aber auch die Freizeit fördern und fordern viel Mobilität. Das ist einerseits toll. Wir kommen viel herum. Es bewegt sich was, in jeder Hinsicht.
Andersrum ist Mobilität auch anstrengend. Kein Wunder, sehnen wir uns immer auch nach was Festem, nach Verlässlichkeit und Treue.
Wenn nun Gott sagt, dass unsere Heimat im Himmel ist (Phil 3,20), heisst das doch gleichzeitig etwas für mein Leben hier und jetzt.
Dann ist das Leben also vorläufig. Dann ist das alles hier eine Art Zwischennutzung. Ich darf das Leben nutzen. Ich darf es gestalten, geniessen, ausbauen. Es liegt auch drin, das Leben da und dort mal zu sanieren.
Das Leben hier ist dann aber nicht alles. Das Leben hier ist dann nicht die letzte Gelegenheit (Marianne Gronemeyer). Da kommt noch was. Das Eigentliche kommt erst noch.
Das entlastet mich. Und es gibt mir Mut jetzt und hier mit leichtem Gepäck unterwegs zu sein. Wer jemals umgezogen ist, weiss leichtes Gepäck extrem zu schätzen.
Wann der Umzug ansteht? Ich weiss es ja nicht. Muss ich auch gar nicht wissen. ER wird es mir sagen. Auch das hat er versprochen: «Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.» In dieser Hinsicht muss ich mir also keine Sorgen machen. Gewohnt wird später.
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Was ich jetzt tun könnte oder vielleicht tun sollte, ist richtig leben. Ich könnte mir beispielsweise Gedanken machen, was ich mal gerne zügeln möchte, wenn es soweit ist.
Was in meinen Leben ist es wert, dass es in meine himmlische Wohnung mitkommen sollte? An was hänge ich mein Herz? Was ist auch langfristig gut, wahr und schön? Was möchte ich hier leben, designen, aufbauen? Was möchte ich unbedingt noch erreichen, damit es am Ende gezügelt werden kann in meine himmlische Wohnung?
Und was kann, was muss weg? Bei mir persönlich gibt’s da viel zu entrümpeln. Wer meinen Keller zuhause kennt ahnt, wie es in meinem Leben auch sonst noch aussieht. Da ist noch ein bisschen was zu tun.
Ein Freund bei Abfallentsorgungsstelle hat mir berichtet, dass in diesen Corona-Wochen unglaublich viel entsorgt wird. Die Leute stehen Schlange. Das finde ich eine super Idee. Wann, wenn nicht jetzt?
Jetzt ist vielleicht ein bisschen mehr Zeit. Jetzt ist vielleicht ein bisschen mehr Motivation da um zu überlegen, was wirklich zählt und wichtig ist und was eigentlich längst entsorgt werden könnte.
«Wohnst du noch oder lebst du schon?» Lasst es uns umdrehen. Gewohnt wird später. Unsere Heimat ist erst im Himmel.
Jetzt wird gelebt. Und dazu wünsche ich dir viel Vertrauen, Mut und Beweglichkeit. Mach’s gut!

(Christian Kelter, Hünenberg, 10.05.2020)