Predigtnachlese

flickr reaping 4 bible paval hadzinskiWeihnachten - 25. Dezember 

Dürfen wir das eigentlich? Dürfen wir uns über Weihnachten freuen bei all den furchtbaren Dingen, die gerade in der Welt passieren? Dürfen wir angesichts der Katastrophe in Aleppo, der Anschläge in der Türkei und all dem Terrorismus auf der Welt wirklich Weihnachten feiern? – Ich glaube, wir dürfen nicht nur, sondern wir müssen das auch. Jetzt erst recht!

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flickr reaping 4 bible paval hadzinski4. Advent – Text: Jes 7, 10-14, Mt 1, 18-24

„Ein Mann, ein Wort“, heisst es im Volksmund. Gemeint ist damit nicht einfach, man soll, zu dem zu stehen, was man sagt. Es geht hintergründig vor allem um die Haltung des Vertrauens.

In den beiden biblischen Lesungen hören wir heute von zwei Männern:
Da ist einmal Ahas, der König von Juda. Ein erfolgsverwöhnter Machtmensch, Diplomat und Kriegsherr. Doch am Ende verzockte er sich. Sein Reich ging unter. Sein Volk wurde verschleppt. Es endet die Geschichte eines autokratischen Nationalisten, wie sie bis heute unzählige Male erzählt werden könnte.

Der andere Mann ist Joseph, der einfache Zimmermann aus Nazareth. Ziemlich genau 700 Jahre nach König Ahas begründet dieser einfache Mensch eine neue, eine ganz andere, Königsdynastie indem er Ja sagt zu Maria, zu Jesus und damit zum Reich Gottes.

Zwei Männer, ein Wort.“
Beide, Ahas und Josef, erhalten von Gott dasselbe Wort, dasselbe Zeichen, dieselbe Zusage: „Die Jungfrau wird ein Kind empfangen.“ D.h. Gott wird Mensch. Gott ist der Retter - und nur er!

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flickr reaping 4 bible paval hadzinskiMaria Himmelfahrt – Text: Lk 1, 39-56

Wer sich heute mit einem Lebenslauf um eine Stelle bewirbt, der preist sich an. Es ist nötig, sich möglichst gut darzustellen und zu verkaufen. Jugendliche lernen das bereits früh. In unserer Kultur geht es vielfach darum, die anderen zu beeindrucken: mit einer steilen Karriere, einem flotten Auto, einem coolen Selfie, Hingucker-Post bei Facebook oder eben mit einem tollen Lebenslauf.

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flickr reaping 4 bible paval hadzinski20. Sonntag im Jahreskreis C – Text: Lk 12, 49-53

Für die einen schrillen die Alarmglocken und für die anderen geht es nur um „heiligen Bimbam“. Die Diskussion um das nächtliche Läuten der Kirchenglocken bewegt - nicht nur zwischen Oberägeri und Wädenswil – auch hier bei uns. Die Diskussion ist nicht nur dem Sommerloch geschuldet. Ich glaube, es geht um mehr. Es geht um viel mehr, als nur um Glocken.

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flickr reaping 4 bible paval hadzinskiPfingsten 2016

„Ja... aber...“ Sagen Sie das auch öfters? Ich erwische mich immer wieder dabei.

  • „Ja, mir ist Gott schon sehr wichtig; aber oft habe ich wirklich nicht die nötige Zeit und Ruhe für ihn.“
  • „Ja, den Flüchtlingen müsste man unbedingt helfen, aber mal ehrlich, wir können doch nicht alle aufnehmen.“
  • „Und ja, Versöhnung und Frieden sind mir Herzensangelegenheiten; aber diese eine Person hat mir nun wirklich übel mitgespielt.“

Erst das „Ja“, doch dann das „Aber“. Fast könnte man daran verzweifeln. Unsicherheit und Ungewissheit gehören offensichtlich zu unserem Leben dazu. Niemand ist davor gefeit. Die komplexen Herausforderungen des Lebens, sie kommen einfach auf uns zu. Und auch der Glaube macht uns nicht immun gegen sie.

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flickr reaping 4 bible paval hadzinskiKarfreitag

Exakt vor einer Woche habe ich mit meinen Schülern den Film „Jesus von Nazareth“ von Franco Zeffirelli angeschaut. Der ist zwar schon alt aber immer wieder eindrucksvoll – auch für Kinder. Wir haben uns die Leidensgeschichte Jesu angeschaut, mitsamt der Kreuzigung. Die Kinder gingen da richtig mit, sind waren erschrocken und erbost über die Pharisäer und die Römer. Sie litten mit Jesus und seinen Jüngern und freuten sich über die Auferstehung.

Was mir in diesem Jahr aber aufgefallen ist: Bei der Verhandlung vor Pilatus, die ja unterbrochen wird von der brutalen Geisselung, waren die Kinder ganz still. Sie waren überfordert und ratlos. „Warum sagt Jesus nichts?“ „Warum wehrt der sich nicht?“ „Warum verteidigt er sich nicht?“

Tatsächlich können wir das wohl zunehmend schwerer nachvollziehen, dass Jesus schweigt. Wir leben ja mehr denn je in einer Informationsgesellschaft. Da ist es beinah überlebenswichtig Stellung zu beziehen, schnell, umfassend, transparent. Da will alles erklärt und geklärt sein. Da sieht derjenige, der sich wie die FIFA nicht schnell genug erklärt, alt aus. Und auch in der Politik schneiden derzeit ja die besonders gut ab, die vorgeben, für alles einfache Erklärungen und Lösungen zu haben.

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